Geschichte
Gründung
Die Idee, auch in Eferding eine MKV-Verbindung zu gründen, wurde Anfang der 70iger Jahre im fernen Innsbruck geboren, wo einige Eferdinger zu dieser Zeit gerade ihr Studium absolvierten. Treibende Kraft war Gerald Letsch, der in der CV-Verbindung „Austria Innsbruck“ einige andere Oberösterreicher von dieser Idee begeistern konnte.
Auf den Tiroler Gerhard Opitz gehen die Burschenfarben schwarz-rot-grün, die Fuchsenfarben rot-schwarz-rot sowie der Wahlspruch „Einig und treu“ zurück.
Der Name „Mercuria“ leitet sich vom römischen Handelsgott „Mercur“ ab und soll zeigen, dass Eferding immer eine Stadt der Kaufleute war und heute noch ist.
Am 27. März 1976 war es soweit: Beim Gründungskommers im Eferdinger Gasthaus Hiaslwirt wurde die neue Verbindung aus der Taufe gehoben.
Gründungssenior war – wie konnte es anders sein – Gerald Letsch, als dessen Consenior der Eferdinger Odo Pammer fungierte. Die Position des Schriftführers bekleidete der Wilheringer Georg Weber, während der schon genannte Gerhard Opitz zum ersten Kassier gewählt wurde.
Die so wichtige Position des Fuchsmajors, der für den „Verbindungsnachwuchs“ zu sorgen hatte, wurde dem Eferdinger Hannes Hochleitner anvertraut, der damals noch das Stiftsgymnasium Wilhering besuchte.
Öffentlichkeitsarbeit
Zum ersten Mal der breiten Eferdinger Öffentlichkeit stellte sich die junge Verbindung im Rahmen eines besonders feierlich gestalteten Publikationskommerses vor, der 1978 im Eferdinger Pfarrheim stattfand.
Festredner war damals der bereits verstorbene LAbg. Dr. Helmut Natzmer.
Ein erster Aufwärtsschwung für die Mercuria trat durch die aktive Mitarbeit einiger ortsansässiger CVer ein: An vorderster Front sind hier der langjährige Philistersenior der Verbindung, Peter Bernauer sowie Franz Windischbauer und Ernst Ozlberger zu nennen. Mittlerweile erweckte die junge Verbindung auch das Interesse der Eferdinger Jugend.
Beim zweiten Stiftungsfest, bei dem der damalige LH Dr. Josef Ratzenböck die Festrede hielt und das von Erhard Prugger geleitet wurde, war der „Fuchsenstall“ bereits stattlich angewachsen. Im gleichen Jahr erschien die erste Nummer der Verbindungszeitschrift „Res Novae“, bis heute das Sprachrohr der Mercuria, das die Leser nicht nur über das interne Vereinsleben informiert, sondern wo auch eine intensive Auseinandersetzung mit aktuellen Themen stattfindet. Mittelpunkt des couleurstudentischen Lebens war die dankenswerterweise von der Familie Letsch zur Verfügung gestellte Bude (= Verbindungsheim) in der Paracelsusstraße.
Im Sommer 1980 erreichte Mercuria den Höchststand von 30 aktiven Mitgliedern und war damit zeitweise die stärkste Verbindung in Oberösterreich.
80´er
Anfang der 80iger Jahre begann man in der Verbindung, in der Stadt Eferding Diskussionsveranstaltungen zu organisieren: Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft wie ua. Irene Dyk, Günter Nenning oder Eduard Ploier wurden von der Mercuria nach Eferding eingeladen.
Zur guten Tradition wurde es in dieser Zeit, als einzige Eferdinger Jugendorganisation die Spitzenkandidaten der Parteien vor den Eferdinger Gemeinderatswahlen zu einem öffentlichen und vielbeachteten Hearing einzuladen.
1982 stellte sich plötzlich die Frage nach einem neuen Verbindungsheim, da die Familie Letsch das Haus in der Paracelsusstraße einer eigenen Verwendung zuführen wollte.
Durch den großen Einsatz der Altherrenschaft und das Entgegenkommen der Eferdinger Raiffeisenkasse gelang es, am Schiferplatz zwei Räume anzumieten.
In zahlreichen Arbeitseinsätzen wurde aus diesen anfangs eher nüchternen Räumen ein Schmuckstück, in dem sich die Mercuren sehr bald fast so wohl fühlten wie im ehemaligen Verbindungshaus in der Paracelsusstraße.
Besondere Bedeutung erlangt in dieser Zeit auch der verbindungsinterne Sport: Im Mittelpunkt stand dabei stets der Fußball.
Bis heute legendär sind die Derbys gegen die „Katholische Jugend“ oder die „Umdaschstraßler“, die nicht nur einmal gegen Mercurias Mannen den Kürzeren zogen.
Am 25. Mai 1985 errang die Fußballmannschaft der Mercuria den Gesamtsieg im österreichweiten MKV-Cup. Insbesondere die sieben Tore von „Goleador“ Gerhard Kührer zeichneten damals dafür verantwortlich, dass Tirol in einem spannenden Finale besiegt werden konnte.
Erste Couleur-Hochzeit
Zur ersten Couleur-Hochzeit kam es im Juli 1983, als Gründungsmitglied Hannes Hochleitner Frau Elisabeth Frank ehelichte und die Verbindung dabei durch vier Chargierte vertreten war. Fast gleichzeitig beendeten die ersten Mercuren - nämlich Robert Gründlinger und Erhard Prugger - ihr Jus-Studium an der UNI Linz. Anfang 1986 wechselt die Chefredaktion bei der Res Novae abermals: Wolfgang Lehner, mittlerweile allseits bekannter ORF-Moderator, übernahm das so wichtige Verbindungsorgan, in dem nicht nur junge Menschen ihre persönliche Meinung frei äußern konnten, sondern das auch – durch großzügige Spenden der Eferdinger Bevölkerung – das finanzielle Rückgrat der Verbindung ist.
10. Stiftungsfest
Der nächste Höhepunkt ließ nicht lange auf sich warten: Im Juni 1986 feierte man tatsächlich schon „10 Jahre Mercuria Eferding“. Unter dem Senior Wolfgang Lehner wurde beim Festkommers ein Bändertausch mit der Schwesterverbindung „Hilaria zu Wilhering“ vorgenommen. Festredner war damals der stellvertretende Vorsitzende des Bundesrates, Dr. Herbert Schambeck, der auf Vermittlung des Mercuren BR a.D. Erich Holzinger nach Eferding kam. Im gleichen Jahr kam es auch zur ersten großen Budenrenovierung, die ohne die finanzielle Hilfe der alten Herren – wobei hier insbesondere der Grieskirchner Industrielle Ernst Hutterer zu nennen ist – nicht machbar gewesen wäre.
Schicksalsschlag
Im Sommer 1987 kam es zu einem Wechsel an der Spitze der Altherrenschaft: Nach 11 Jahren verdienstvoller Tätigkeit übergab Peter Bernauer sein Amt an Ernst Ozlberger.
Im März 1988 übernahm der Mercure Erich Lehner, Sohn des WIFO-Steuerexperten und Alt-Eferdingers Dr. Gerhard Lehner, die Funktion des Chefredakteurs der Verbindungszeitung.
In den darauffolgenden Jahren erlebte die Verbindung Höhen, aber auch manche Rückschläge. Im November 1992 wanderten die Res Novae in die Hände des späteren Seniors Rudi Obermair, der neuer Chefredakteur wurde.
Im Sommer des gleichen Jahres traf die Verbindung ein Schicksalsschlag, als ihr Bundesbruder Andreas Dallinger – ein Mercure der ersten Stunde – völlig überraschend im 28. Lebensjahr aus der Mitte der Bundesbrüder gerissen wurde.
Alle Mercuren erwiesen im Rahmen eines coleurstudentischen Begräbnisses, bei dem das Prinzip „Lebensfreundschaft“ zum ersten Mal eine ganz besondere Dimension erhielt, dem Bundesbruder die letzte Ehre.
20. Stiftungsfest
Ein Höhepunkt in der Geschichte der Mercuria war ein Fest
der besonderen Art: Im Mai 1996 fand das 20. Stiftungsfest der Verbindung im Ahnensaal des Schlosses Starhemberg statt.
Viele Gastchargierte, Politiker aus Land und Gemeinde sowie Eltern und Freunde der Verbindung feierten gemeinsam den Geburtstag Mercurias.
Organisiert wurde dieser eindrucksvolle Abend federführend durch Clemens Aigner.
Durch den Abend führte Senior Markus Dallinger.
Für die musikalische Untermalung sorgten Andreas und Michael Schnee, die schon geraume Zeit zuvor die Ehrenbänder der Verbindung erhalten hatten.
Ein weiterer Höhepunkt des Kommerses war die Festrede von Alt-Landeshauptmann Dr. Josef Ratzenböck, der zum Thema „1000 Jahre Österreich“ sprach.
Das neue Jahrtausend
Das Jahr 1996 begann mit einer neuerlichen Budenrenovierung, anlässlich der ein eigener Kneipraum errichtet wurde, was der Verbindung nunmehr ermöglichte, diese traditionelle coleurstudentische Veranstaltung in den eigenen vier Wänden abhalten zu können.
Leiter dieser umfangreichen Sanierung war einmal mehr Helmut Sattmann.
Das neue Jahrtausend startete auch für die Mercuria sehr ereignisreich:
An der Spitze der Altherrenschaft fand ein Generationswechsel statt: Ernst Ozlberger übergab nach 13 Jahren sein Amt an Gerhard Kührer, wodurch erstmals ein Ur-Mercure die Funktion des Philisterseniors innehat.
Da die Raika Eferding das Haus Schiferplatz 24 für eigene Zwecke adaptieren wollte, stellte sich für die Mercuria wieder einmal die Frage nach einer neuen Bude, die mittlerweile – wieder am Schiferplatz - gefunden werden konnte.
Im April 2001 wurde zahlreichen Mercuren das 50-Semesterband überreicht. Am selben Kommers wurden 6 neue Mitglieder aufgenommen, die für die Zukunft einiges versprechen.
25. Stiftungsfest
2001 findet nun – wiederum im Ahnensaal des Schlosses Starhemberg – das 25. Jubelstiftungsfest statt. Als Festredner konnte der Innsbrucker Bürgermeister DDr. Herwig van Staa gewonnen werden, während das Ehrenband der Verbindung Wirtschaftskammer-Präsident Dr. Christoph Leitl überreicht wird, den viel mit Eferding verbindet. Aus der kleinen Schar im Jahre 1976 ist eine stattliche Verbindungsfamilie geworden, die in den letzten 25 Jahren einiges bewegen und bewirken konnte. Daran wollen wir beim 25. Stiftungsfest denken, uns über das Erreichte freuen und – gemäß unserem Wahlspruch „Einig und treu“ - mit vereinten Kräften an die Gestaltung der Zukunft im Sinne unserer Ideale herangehen.
30. Stiftungsfest
Den nächsten couleurstudentischen Höhepunkt in der Geschichte
Mercuriae bildete der Festakt im Schloss Hartheim am 4. November 2006 im Rahmen des 30. Jubelstiftungsfestes. Über 150 Gäste und über 30 Gastchargierte konnte der Festkommers im Veranstaltungszentrum des Schlosses verbuchen. Höhepunkt des Abends war neben sechs Burschungen, die feierliche Ehrenbandverleihung an Cbr. Konsul KR Gen.Dir. Mag. Dr. Ludwig Scharinger v/o Dr. cer. Wickerl durch den Jubelsenior Benjamin Doplbauer v/o Parzival2. Die Laudatio dazu hielt Bbr. Dr. Christoph Leitl v/o Ziegel, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich. Der Kommers wurde nicht nur von allen Anwesenden, sondern sogar von vielen lokalen Zeitungen in hohen Tönen gelobt.